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12. Lina-Schneider-Preis 2016

Laudatio zur Verleihung des Lina-Schneider-Preises 2016 an den Global Elternverein

Sehr geehrter Herr Avci, liebe Freundinnen und Freunde des Global Eltern-Vereins, 

der Kreisverband Nürnberg der Grünen verleiht seit 1992 den Lina-Schneider-Preis für herausragendes Engagement zur Wahrung menschenwürdiger Lebensumstände. Und es ist uns eine ganz besondere Freude und Ehre, als Preisträger 2016 heute den Global Elternverein e.V. auszeichnen zu können, denn wir glauben, dass sie mit Ihrer Arbeit in ganz besonderem Maße der Zielsetzung unseres Lina-Schneider-Preises gerecht werden.

Chancengerechtigkeit und Zugang zu Bildung für alle zu fördern, wie Sie es mit Ihrem Verein tun, ungeachtet von Herkunft, Geschlecht und sozialem oder finanziellen Hintergrund, wäre mit Sicherheit auch im Sinne der Preisstifterin Lina Schneider.

Allen Einwohnerinnen und Einwohnern unserer Stadt gleiche Chancen auf Bildung und damit ein gutes und erfolgreiches Leben zu ermöglichen, ist auch uns als Nürnberger Grüne ein zentrales politisches Anliegen, gemäß unserem Motto „Nürnberg – eine Stadt für Alle.“ Dazu gehört auch insbesondere, den Schulerfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund und aus strukturell und sozial benachteiligten Stadtvierteln zu fördern. (Auszug aus der Laudatio)

 

11. Lina-Schneider-Preis 2014

Preisträger des Jahres 2014 ist Radio Z.

 

Preisübergabe am Donnerstag, 13. März 2014 um 16:30 Uhr

in den Räumen von Radio Z, Kopernikusplatz 12 (Hinterhaus), Nürnberg 

Medienvielfalt ist ein hohes Gut. Unabhängige und in BürgerInnen-Hand befindliche Medien (Community Media) sind wichtig, um die Meinungsvielfalt zu sichern und zu stärken. Die Bedeutung der Community-Media ist europaweit anerkannt. So wichtig Community Media als „dritte Säule“ der Rundfunklandschaft neben den öffentlich-rechtlichen und den privaten Sendern für den Pluralismus sind, so schlecht ist es darum in Bayern bestellt. Mit Radio Z in Nürnberg und Radio Lora in München gibt es bayernweit lediglich zwei freie Community-Radios, also Radiosender, die als Vollprogramm von Bürgerinnen und Bürgern in Form eines gemeinnützigen Vereins betrieben werden.

Ihre Existenz jedoch ist immer wieder aufs neue gefährdet. Gab es in der Frühzeit mehrere Versuche von Gegnerinnen, Radio Z aufgrund unliebsamer Berichterstattung abzuschalten, so hakt es aktuell an der mangelnden finanziellen Unterstützung von Seitens der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM). Erst Anfang 2013 hat der Medienrat der BLM beschlossen, die beantragte Förderung von Programmen des Radiosenders Radio Z in Nürnberg um 20% zu kürzen.

Seit 27 Jahren Jahren sendet Radio Z nun schon sein kritisches Programm in Nürnberg und Umgebung – auf überwiegend ehrenamtlicher Basis. Der Sender bietet täglich ein mehrstündiges Vollprogramm mit regionaler Musik abseits des Mainstreams, lokalen Nachrichten und muttersprachlichen Beiträgen für verschiedene Bevölkerungsgruppen sowie inhaltsorientierten Sendungen zu einer breiten Palette unterschiedlichster Themen, oft mit popkulturellem oder ökologischem Bezug, radikalgesellschaftlich oder minderheitenspezifisch. 

Mit dieser Aufstellung ist Radio Z einzigartig in der Bayerischen Medienlandschaft und  unverzichtbar für die politische Willensbildung. Denn Demokratie ist kein Selbstläufer, sondern muss jeden Tag aufs neue gelebt werden. Gerade die heute gerne als subkulturell bezeichneten Sender sind der Seismograph einer lebendigen, demokratischen Willensbildung. Radio Z gibt Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit sich zu äußern, die in den normalen Medien nur als Gegenstand der Berichterstattung anstatt als AkteurInnen und MedienmacherInnen vorkommen. Menschen mit Behinderung, Frauen, Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, Lesben und Schwule, Strafgefangene, all diese kommen hier zu Wort. Auch in der nationalen und internationalen Politik spült der unbequeme Sender die Themen nach oben, die sonst gerne in der Versenkung gehalten werden.

Aus diesem Grund haben die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen entschieden, dass der Lina-Schneider-Preis dieses Mal an die ProgrammgestalterInnen von Radio Z verliehen wird, um damit auch und vor allem das Zielgruppenprogramm zu stärken und Radio Z damit eine finanzielle Unterstützung für die Fortführung seines wertvollen Radioprogramms zukommen zu lassen. Solidarität mit den Menschen und das soziale Engagement für diese ist ein Grundprinzip von Radio Z, das wir damit ausdrücklich würdigen.

10. Lina-Schneider-Preis 2011

Preisträger des Jahres 2011 ist das 
 Internationale Frauencafe Nürnberg 

Das internationale Frauencafé hat sich Flüchtlingsfrauen und ihren Kindern in Nürnberg angenommen. Es vertritt ihre Interessen und leistet unverzichtbare Lobbyarbeit, um ihre Situation zu verbessern. Erste Anlaufstelle für die Flüchtlingsfrauen ist das Frauencafé in der Villa Leon. An diesem Ort können die Frauen Kontakte knüpfen, sich austauschen, die Mitarbeiterinnen des Projekts kennenlernen und sich ihnen anvertrauen. Vielseitig ist das Hilfeangebot des Projekts: Die Mitarbeiterinnen beraten zu Fragen des Asyl- und Aufenthaltsrechts, zu frauenspezifischen Fluchtgründen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. Sie geben Deutschkurse, helfen bei behördlichen Angelegenheiten, beim Verstehen und Ausfüllen von notwendigen Formularen.
Das Internationale Frauencafé versteht sich als politisches und feministisches Projekt.

Lina-Schneider-Preis

Der Kreisverband Nürnberg der Grünen verleiht seit 1992 den Lina-Schneider-Preis für herausragendes Engagement zur Wahrung menschenwürdiger Lebensumstände. Dieser Preis, der in Gedenken an dessen Stifterin Lina Schneider so genannt wird, soll benachteiligten BürgerInnen in Nürnberg helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. 

Wer war Lina Schneider?

Lina Schneider war eine einfache, normale Nürnberger Bürgerin, die aus eher ärmlichen Verhältnissen stammte. 1917 bei Hoff geboren, lebte sie seit ihrer Kindheit in Nürnberg. Lina Schneider stammte aus einer Arbeiterfamilie, war beruflich als Innendekorateurin erfolgreich tätig und besaß ein lebhaftes Interesse am politischen Tagesgeschehen. Obwohl sie nie Mitglied der grünen Partei wurde, vermachte sie, als sie 1990 im Alter von 73 Jahren starb, einen Teil ihres Vermögens ohne Zweckbindung den Nürnberger Grünen. 
   
Da sie Angehörigen zufolge hauptsächlich das soziale und ökologische Engagement unserer Partei schätzte, entschied sich der damalige Vorstand dafür, mit dem Geld Projekte zu unterstützen, die vermutlich im Sinne der Erblasserin wären. 

Wie hoch ist der Lina-Schneider-Preis?

Der Preis ist mit 1000 € dotiert. 

Wer wurde bislang ausgezeichnet?

2011 Internationales Frauencafe Nürnberg
2009 Bündnis Nein zur Flughafen-Nordanbindung!
2006 Hepatitis C Selbsthilfegruppe und Beratungsstelle Nürnberg
2004 DEGRIN e.V.
2002 Mädchentreff St. Leonhard
2000 Straßenambulanz von Bruder Martin
1998 Das „Nürnberger Energiewendebündnis“
1996 Lilith e.V., Verein zur Unterstützung von Frauen mit Drogenproblematik
1994 Die beiden aufrechten Demokratinnen Kunigunde Schumann und Eva Rössner
1992 „Leben in Verantwortung“ (Verein zur Betreuung alter Menschen)
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